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Als ich aufwachte, fühlte ich mich so gut wie lange nicht mehr. Bevor ich mich fragen konnte warum, sah ich Leelu neben mir liegen. Sie schlief noch tief fest und lächelte im Schlaf. Wir hatten uns am Tag zuvor in Al Zhabi kennen gelernt, als die Stadt mal wieder von Horden von Untoten angegriffen wurde. Wir hatten uns eigentlich nur zufällig in einer Gruppe zusammengefunden, verstanden uns jedoch von Anfang an sehr gut und während wir Schulter an Schulter kämpften, kamen wir uns immer näher. Ihr Kampfstil unterschied sich deutlich von meinem, doch kam mir ihrer sehr vertraut vor und so schien es auch umgekehrt zu sein. So schafften wir es ohne große Probleme unsere Angriffe aufeinander abzustimmen und wo der eine eine Schwachstelle in der Verteidigung hatte, passte der andere umso besser auf.
Als die Angreifer zurückgeschlagen waren, sagte der Taru, der unsere Gruppe zusammengewürfelt hatte: „Na da haben sich ja zwei gefunden“, und lachte als wir beiden uns anguckten und rot im Gesicht wurden.
Auf der Fähre zurück nach Mhaura haben wir uns dann so lebhaft unterhalten, dass es mir gerade mal wie 5 Minuten vorkam, bis wir die vertraute Küste von Mindartia sahen. Natürlich ließen wir es uns dann auch nicht nehmen noch zusammen zurück nach Windurst zu laufen. Und als sich mich dann noch auf einen Cocktail einlud, ergab sich der restliche Abend ganz von alleine.
‚So ruhig wie sie da liegt, kann man gar nicht glauben, was für einen Kampfgeist sie im Gefecht entwickelt’, dachte ich gerade, als sie aufwachte, einmal ausgiebig gähnte, den Kopf auf die vor sich zusammengefalteten Hände legte und ein müdes aber zufriedenes „Na? Gut geschlafen?“ schnurrte. Ich antwortete nur: „Rate doch mal“, und küsste sie.
Nachdem wir den Morgen noch in vollen Zügen genossen haben, nahmen wir das Luftschiff nach Jeuno, wo wir uns trennten, da Leelu noch einiges zu erledigen hatte. Und auch wenn wir uns für den Abend schon wieder in Al Zhabi verabredet hatten, fiel es mir ganz schön schwer sie jetzt gehen zu lassen. Meine letzte Freundin lag schon einige Zeit zurück und das letzte was ich zu ihr gesagt hatte war: „Bis heute Abend!“. Danach habe ich sie nie mehr gesehen... Ich habe gehört, dass ihre Gruppe in einen Hinterhalt geriet und sie dabei getötet wurde, aber sicher bin ich mir bis heute nicht. Aber ich hatte Leelu kämpfen gesehen und wusste, dass ihr so ein Schicksal nicht so schnell widerfahren würde.
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich ein Mithra bin. Als Abenteurer spielt in Vana’diel Rasse und Geschlecht eigentlich kaum eine Rolle, doch wenn man als männliche Mithra Leuten begegnet, ist das oft etwas anderes. Die meisten haben zuvor nur weibliche Mithras gesehen und einige dachten sogar, dass es gar keine männlichen Vertreter unseres Volkes gibt…
Darum halten mich wohl viele von hinten wohl auch eine Frau, wenn sie nur meine Katzenohren und den Schwanz sehen und so durfte ich mir schon manchen plumpen Anmachversuch anhören; von Schwanzziehen ganz zu schweigen. (Und Mithras hassen das!)
Natürlich gibt es, weiß Altana warum, hauptsächlich weibliche Mithras, aber Gerüchte, dass sich „nur die weiblichen Mithra in die Welt hinaus wagen“, stimmen nicht so ganz. Uns Männer lässt man nur in der Regel nicht! Wohl bedacht für den Fortbestand unserer Rasse zu sorgen, übt die Mithra-Gesellschaft einen enormen Druck auf uns aus, damit wir uns ja nicht in die „böse gefährliche“ Welt da draußen begeben. Und was so manch einer im Spaß sagt, stimmt: Wir müssen quasi zu Hause bleiben und unsere Weibchen begatten. So plump es auch klingen mag. Und fast alle anderen männlichen Vertreter der Rassen (bis auf Tarus, denn ich glaube nicht, dass so etwas Niedliches solche Gedanken hat) werden sich denken: ‚Hey! Wer will denn raus in die Welt, wenn er so eine Aufgabe hat!?’ Aber glaubt mir: Sex KANN langweilig werden, wenn er nichts mit Liebe oder Zuneigung zu tun hat und man den ganzen Tag zu Hause bleiben muss und nichts von der Welt erfahren darf.
Zum Glück habe ich die beste Mutter, die ich mir vorstellen kann, die mich immer verstanden hat, mich heimlich den Weg eines Samurais (den sie und ihre Mutter zuvor auch schon gegangen sind) gelehrt hat und mir schließlich geholfen hat, mich auf ein Luftschiff und raus aus Kazham zu schleichen. Seitdem habe ich, wenn ich konnte, es vermieden zurück zu meinem Geburtsort zu reisen. In Windurst werden die männlichen Mithra zwar nicht viel anders behandelt, dennoch wurde ich dort immer offen und voller Neugier begrüßt.
So habe ich mir in der allgemeinen Handelssprache auch das rollende ‚R’ abgewöhnt, damit man mich, wenn ich meinen Helm und meinen Umhang trage, nicht immer direkt als Mithra erkennt und ich diese Geschichte nicht jeden Tag aufs Neue erzählen muss.
Doch da hörte ich schon ein „Hi Süße!“ hinter mir. Ein bisschen genervt drehte ich mich um…und sah einen breit grinsenden Galka vor mir. (O.K. mehr über mir, denn auch die männlichen Mithras sind nicht gerade groß).
„Hey Hai! Lässt du dich auch noch mal blicken!“
„Natürlich! Bin in letzter Zeit nur etwas mehr rumgekommen. Aber wer war das denn gerade, von dem du dich verabschiedet hast?“ In Hais Grinsen konnte ich aber schon erkennen, dass er sich das schon gut denken konnte.
So erzählte ich ihm von Leelu, wofür ich mit einem ordentlichen Knuff und einem „Na also! Wird ja aus dir auch noch mal was, was Frauen angeht!“ ‚belohnt’ wurde.
Dann war jedoch Hai dran mit erzählen und sprach voller Begeisterung von seiner Recherche über die „Leere“ die man über die zerstörten Teleport Kristalle an den Crags erreichen konnte. Als er fertig war, merkte ich, wie spät es schon war, und es bis Al Zhabi ja noch ein gutes Stück war. Da Hai aber ein Weißmagier war (was ihm kaum einer glaubte und was man ihm noch weniger ansah, obwohl er die Freundlichkeit in Person war), nahm er mich noch schnell bis Tahrongi Canyon mit. Von dort aus machte ich wieder auf nach Mhaura, wo das Schiff nach Al Zhabi und in ein neues Abenteuer schon wartete. |
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